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Demokratie und Mehrheitsprinzip sind nicht dasselbe.

"Die Demokratie i st eine geniale Form der Entscheidungsfindung, aber die Leute wählen bisweilen die falschen Lösungen und etablieren Widerspruch geradezu prinzipiell. "  Diesen Satz las ich eben in einem  Essay auf s piegel-online.  Demokratie ist jedoch keine Form der Entscheidungsfindung, sondern eine Gesellschaftsform,  in der Entscheidungen mithilfe des Mehrheitsprinzips getroffen werden. Da das Mehrheitsprinzip sozusagen an die demokratische Gesellschaftsform gekoppelt ist, gehen wir davon aus, Demokratie und Mehrheitsprinzip seien dasselbe bzw. untrennbar miteinander verknüpft. Aber das sind sie nicht.  Demokratie kann auch anders Entscheidungen finden und treffen, nämlich mit dem Systemischen Konsensieren. Mit dieser Methode werden alle demokratischen Werte bestens umgesetzt und genutzt, um die Entscheidungen zu finden, die dem Konsens am nächsten kommen. Das Mehrheitsverfahren sucht Gewinner.  Und wer gewinnt, hat das Sagen. Und wer das Sagen hat, hat die Macht.  Gle

WOOP

Hatte ich schonmal über WOOP geschrieben? Jedenfalls fiel mir heute Morgen dieses Buch wieder in die Hand: "Die Psychologie des Gelingens" von Gabriele Oettingen. WOOP ist ein Akronym aus: Wish - Outcome - Obstacle - Plan. Gabriele Oettingen ist Professorin für Psychologie und hat viel geforscht zu der Frag: Wie verwirklichen wir unsere Wünsche? Dabei ist WOOP rausgekommen. Ein mental/emotionaler innerer Ablauf, den wir gezielt und bewusst einsetzen können, wenn wir etwas vorhaben, eine Idee umsetzen, einen Wunsch erfüllen oder ein Anliegen verwirklichen wollen.  Interessant finde ich, dass die Forschungen von Frau Oettingen ergeben haben, dass das übliche positive Denken, das überall gepriesen wird, nicht unbedingt dazu führt, dass wir unser Anliegen erfolgreich umsetzen, sondern sogar dazu führen kann, dass wir damit scheitern. Wobei positives Denken nicht grundsätzlich falsch ist. Wir sollten jedoch unbedingt, so haben die Forschungen ergeben, auch das, was uns hindert, in

Innen und Außen

Mein Hang zu pathetischen Formulierungen würde mich jetzt dazu verleiten zu schreiben: Alles Lebendige hat ein Innen und ein Außen. Aber wenn ich ehrlich bin, dann muss ich gestehen, dass ich es zwar vermute aber keineswegs weiß. Also wäre es besser, ich würde diesen Satz nicht schreiben. Denn was ich nicht weiß, das will ich nicht behaupten. Was ich jedoch weiß, ist, dass Menschen ein Innen und Außen haben. Und auch Gruppen und Teams haben ein Innen und ein Außen. Diese Behauptung klingt vielleicht banal und scheint vollkommen klar zu sein, aber ich halte sie für erwähnenswert, weil das Wissen darum ein erster Schritt in die Richtung einer wesentlichen Frage ist: Wie gehen wir mit unserem Innenleben um? Alles, was innen stattfindet, ist nicht unmittelbar sichtbar. Von meinen persönlichen inneren Prozessen kann nur etwas nach außen dringen, wenn ich mich entscheide, etwas darüber mitzuteilen. Ich überlege sehr gut, wem ich was aus meinem Innenleben mitteile, denn mit Innenthemen bin ic

Erkenntnisse machen mich glücklich

Manchmal kommt eine Erkenntnis wie aus dem Nichts. Oft unverhofft. So wie eben, als ich in der Küche stand und eine noch nicht reife Avocado schälte und in Streifen schnitt, um sie in etwas Öl anzubraten, um zu testen, ob sie auf diese Weise weich wird und vielleicht sogar schmeckt.  Ich hatte diese Avocado gestern aufgeschnitten, weil der Fühltest mir suggeriert hatte, sie sei weich genug, um sie für den Salat zu verwenden. Aber sie war steinhart. Daraufhin habe ich die beiden Hälften wieder zusammengesetzt und in ein Papiertuch gewickelt. Den Salat gab es dann ohne Avocado. Natürlich habe ich mir eben, als ich die Avocado aus dem Papier auswickelte, weil mir diese Idee gekommen war, es mit dem Braten auszuprobieren, in den Sinn, dass ich noch nie etwas davon gehört oder gelesen oder gesehen hatte, dass man eine unreife Avocado weich braten kann. Und da ich viele Kochvideos schaue, dachte ich, dass meine Idee wahrscheinlich nicht klappen wird.  Aber ich war entschlossen, es auszuprobi

Der Gemeinschaftskompass. Eine Orientierungshilfe für kollektives Leben und Arbeiten.

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Dies ist der Titel des Buches, das Eva Stützel geschrieben hat und das im April im oekom verlag herausgekommen ist. Ein tolles Buch !!! Vor allem für diejenigen, die sich zusammentun, um gemeinsam ein Wohnprojekt zu planen, zu verwirklichen, um dann zusammen zu wohnen und zu leben. Aber auch für diejenigen, die bereits zusammen wohnen und leben. Aber auch für andere, die sich mit anderen zusammentun und ein gemeinsames Projekt entwickeln und umsetzen. Zum Beispiel eine Nachbarschaftsgruppe oder eine Freizeitgruppe oder eine Lerngruppe. Alle Gruppen, denen es auch um die Gemeinschaft geht, können Aspekte des Gemeinschaftskompass`, den Eva Stützel entwickelt hat und den sie in diesem Buch ausführlich vorstellt, anwenden.  Das Buch ist nix für diejenigen, die um jeden Preis ihr Ziel erreichen wollen, denen also der persönliche Erfolg wichtiger ist als das Gemeinschaftliche. Wer denkt, man müsse doch nur "vernünftig" miteinander reden, dann würde sich alles andere schon ergeben,

Online Online Online, und am Ende bin ich immer glücklich.

Ich war noch nie so viel Online wie in den letzten Monaten - zwischen Weihnachten und Ostern.  Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht zu sagen. In jedem Fall fühlt es sich gut an. Die Gründe sind folgende:  1. Ich habe in der Weihnachtszeit, nach jahrelanger Verweigerung, ein Netflix Abonnement eingerichtet. Seither schaue ich viele tolle Filme - und Serien natürlich. Und endlich kann ich wieder mitreden bei Jüngeren. Außerdem erlebe ich eine Auffrischung in Englisch, da ich vieles im Original anschaue. 2. Dann habe ich mir nach Weihnachten einen Online-Kurs über die Nutzung von Zoom in der Bildungsarbeit gekauft. Es sind viele Stunden, die ich am Computer verbringe, um zu lernen. Und dann verbringe ich wieder viele Stunden vor dem Bildschirm, um das, was ich gelernt habe, anderen zu vermitteln. Überwiegend Älteren, die, wie ich, nicht mehr im Beruf sind und ihre Motivation zum Lernen digitaler Tools ausschließlich aus sich selbst entwickeln. 3. Und nicht zuletzt nehme ich an

Vertrauen braucht eine ehrliche Beziehung zur Wahrheit

Ich vertraue mir. Wie sollte ich auch anderen vertrauen, wenn ich mir selbst nicht vertraue? Aber was heißt das eigentlich, mir selbst zu vertrauen? Ich würde sagen, es heißt, dass ich ehrlich zu mir selbst bin und mich nicht anlüge, mir nichts vormache, mich nicht hinters Licht führe und mir nichts einrede, was nicht der Wahrheit entspricht. Wahrheit! Ein großes Wort. Aber im Zusammenhang mit Vertrauen ist es wichtig zu wissen, wie man selbst zur Wahrheit steht. Für mich ist Wahrheit nicht statisch, sondern dynamisch im Sinne von: Jeder und Jede hat ihre eigene Wahrheit. Wahrheit ist also subjektiv und sie kann sich für Jeden und Jede verändern, wenn sich die Bedingungen verändern, wenn Informationen dazu kommen und wenn Sachen passieren.   Zum Beispiel hätte ich vor einem Jahr noch gesagt und es als Wahrheit empfunden, dass Online-Treffen keine Gefühle zulassen und man sich nicht wirklich aufeinander einlassen kann. Jetzt, im Januar 2021 weiß ich aus Erfahrung, dass das nicht stimmt,