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Vertrauen braucht eine ehrliche Beziehung zur Wahrheit

Ich vertraue mir. Wie sollte ich auch anderen vertrauen, wenn ich mir selbst nicht vertraue? Aber was heißt das eigentlich, mir selbst zu vertrauen? Ich würde sagen, es heißt, dass ich ehrlich zu mir selbst bin und mich nicht anlüge, mir nichts vormache, mich nicht hinters Licht führe und mir nichts einrede, was nicht der Wahrheit entspricht. Wahrheit! Ein großes Wort. Aber im Zusammenhang mit Vertrauen ist es wichtig zu wissen, wie man selbst zur Wahrheit steht. Für mich ist Wahrheit nicht statisch, sondern dynamisch im Sinne von: Jeder und Jede hat ihre eigene Wahrheit. Wahrheit ist also subjektiv und sie kann sich für Jeden und Jede verändern, wenn sich die Bedingungen verändern, wenn Informationen dazu kommen und wenn Sachen passieren.   Zum Beispiel hätte ich vor einem Jahr noch gesagt und es als Wahrheit empfunden, dass Online-Treffen keine Gefühle zulassen und man sich nicht wirklich aufeinander einlassen kann. Jetzt, im Januar 2021 weiß ich aus Erfahrung, dass das nicht stimmt,

Wie geht Vertrauen?

Mein derzeitiges Thema ist VERTRAUEN. Wie geht Vertrauen? Wie entsteht Vertrauen? Was ist Vertrauen eigentlich? Wozu ist Vertrauen wichtig? Was brauche ich, um vertrauen zu können? Alles Fragen, denen ich hier nachgehen werde. Um anzufangen:  Es fällt mir leicht zu vertrauen. Aber ich bin nicht vertrauensselig. Vertrauen ist für mich so etwas wie ein Geschenk, was ich mitbringe, wenn ich jemanden treffe. Ich gehe vertrauensvoll durchs Leben und würde sagen, dass ich dem Leben an sich vertraue. Wobei ich im Moment nicht zu sagen wüsste, was es genau und im Detail bedeutet, dem Leben zu vertrauen.  Mein Vertrauen auf andere Menschen bezogen?  Jedenfalls bin ich nicht misstrauisch, sondern grundsätzlich bereit, anderen zu vertrauen.  Meine Art, mich anderen anzunähern, ist, Fragen zu stellen. Das wird manchmal falsch interpretiert, so als wolle ich den oder die andere ausfragen. Wer das meint, ist mir gegenüber dann eher skeptisch. Das wiederum trägt nicht zur Vertrauensbildung bei. So ge

Schenken als Umverteilung

 "Schenken ist eine Insel im Kapitalismus." Diesen Titel las ich vorhin bei Spiegel-online. Es stimmt, wenn man Schenken als Umverteilung versteht. Ich habe vor einigen Wochen begonnen, Fünfeuroscheine in Bücher zu legen, die in öffentlichen Bücherschränken stehen. Einfach so. Als Geschenk an diejenigen, die dieses Buch mit nachhause nehmen.  Es fing damit an, dass ich Anfang November aus Neugier in einen öffentlichen Bücherschrank schaute, eins der Bücher rausnahm, darin blätterte und plötzlich dachte: Wie super wäre es, wenn jetzt hier zwischen diesen Seiten ein Geldschein läge. Und unter meiner Mund-Nasen-Maske breitete sich ein Lächeln aus, das mich überraschte. Ich freute mich. Dann, beim Weitergehen, dachte ich: Wenn allein der Gedanke schon Freude bereitet, wie sehr erst hätte ich mich an einem echten Geldschein gefreut. Wegen der Überraschung. Aber auch wegen der Geschichte, die dahinter steckt, denn Geldscheine zwischen Buchseiten zu stecken oder zu verstecken ...  d

Was heißt eigentlich transzendieren?

Das Wort transzendieren kommt aus dem Lateinischen. Transcendere heißt hinübergehen, hinübersteigen, überschreiten . Es setzt sich zusammen aus trans- hinüber  und scandere - besteigen, steigen. Ich frage mich, was es bedeutet, wenn ich spüre, dass transzendieren , also überschreiten, übersteigen für mich so wichtig ist. Was ist es denn eigentlich, was ich überschreite?  An anderer Stelle im Internet, wo ich nach der Bedeutung von transzendieren gesucht habe, wird geschrieben, es hieße, etwas hinter sich zu lassen. Was aber lasse ich hinter mir, wenn ich transzendiere? Irgendwie spüre ich, um was es gehen könnte, also was mich am Transzendieren interessiert und zufrieden und glücklich macht. Es hat etwas damit zu tun, wie ich mein Denken steuere, wie ich Gedankeninhalte bewege, wie ich sie sozusagen an Grenzen führe, um, wenn es klappt, diese Grenzen zu übersteigen. In solchen Momenten kann ich dann spüren, wie Inhalte sich verändern, sobald sie über gewisse Denkgrenzen hinübergehen.

Transzendieren

Dieser Blog geht zurück auf einen Gedankengang, den ich vor ca. zwei Wochen hatte. Ich saß im Auto und fuhr auf der Autobahn. Nein Grundgefühl war: unzufrieden. Alle Workshops waren abgesagt, wegen Corona. Die Struktur, die ich für diese letzten Monate im Jahr mit mehreren Workshopterminen geplant hatte, war weggebrochen. Ich hatte kein laufendes Schreibprojekt. Ich hing in der Luft. Im Auto auf der Autobahn vom Bliesheimer Kreuz Richtung Köln traute ich mich, das Gefühl der Unzufriedenheit so sehr zuzulassen, dass mir die Tränen kamen. Ich war traurig und spürte eine große Leere in mir.  Aus dieser Leere entwickelten sich dann ganz langsam und vorsichtig Gedanken, an die ich mich im einzelnen nicht mehr erinnern kann, aber ein Gedanke, vor allem ein kurzer Satz, hatte eine solche Kraft, dass er wie ein Blitz in mich einschlug und meine Trauer auf der Stelle verwandelt war in etwas Helles und Aufregendes. Der Satz hieß: Mir fehlt transzendieren.  Mir war noch nie so klar, dass Transzen

Übung in Demut

Meine Lust am Kochen orientiert sich an Gerichten und Lebensmitteln, die auf ganz unterschiedlichen Wegen in den Fokus meiner Aufmerksamkeit gelangen. Durch einen Blick über die Auslage in einem Lebensmittelladen. Durch eine Werbeanzeige. Durch ein Video auf YouTube, das in der Angebotsleiste rechts aufgetaucht ist. Durch das Lesen eines Rezepts in EL PAIS oder spiegel-online oder Hola. Durch das Erzählen einer Freundin oder meiner Schwestern. Was Kochen angeht, bin ich extrem beeinflussbar, weil ich gern alles mögliche ausprobiere und offen bin für Neues Dieses Blogformat ist das erste, das ich betreibe, in dem es passt, übers Kochen und über Rezepte zu schreiben. Also wird es hier immer mal wieder einen Eintrag geben über Lebensmittel, Rezepte und Kocherlebnisse. Vielleicht poste ich sogar mal ein Foto eines Gerichts. Du lieber Himmel, wer hätte gedacht, dass es mal soweit kommen wird, dass ich das mache, was ich immer verachtet habe. Eigentlich eine gute Übung in Demut, wenn man an

Was hat Verliebtsein mit Inspiriertsein zu tun?

Ich hatte es in einem früheren Post erwähnt: Früher war mein Lieblingsgefühl Verliebtsein, heute ist es Inspiriertsein. Das ist mir erst beim Schreiben dieses Posts aufgefallen und seither frage ich mich, worin besteht eigentlich der Unterschied? Und wann ist der Übergang passiert, also wann und auch wie ist, von mir offensichtlich unbemerkt, dieser Wandel vonstatten gegangen, vom Verliebtseinsgefühl ins Inspiriertseinsgefühl als energetischem Lieblingszustand?  Natürlich hat es etwas mit Altwerden zu tun, das ist klar. Und es hat etwas mit meinem Innenleben, aber auch mit meinem Außenleben, zu tun. Am besten ich assoziiere einfach mal drauflos und schaue, was dabei rauskommt.  Also: Verliebtsein hatte bei mir immer etwas mit einem Mann zu tun. Oft war ich fasziniert bevor ich verliebt war, und bei manchen Männern ist es nie zum Verlieben gekommen, sondern im Stadium des Fasziniertseins geblieben, was aber keine Rolle gespielt hat. Denn der energetische Zustand war ähnlich schön. Ich f