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Online Online Online, und am Ende bin ich immer glücklich.

Ich war noch nie so viel Online wie in den letzten Monaten - zwischen Weihnachten und Ostern.  Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht zu sagen. In jedem Fall fühlt es sich gut an. Die Gründe sind folgende:  1. Ich habe in der Weihnachtszeit, nach jahrelanger Verweigerung, ein Netflix Abonnement eingerichtet. Seither schaue ich viele tolle Filme - und Serien natürlich. Und endlich kann ich wieder mitreden bei Jüngeren. Außerdem erlebe ich eine Auffrischung in Englisch, da ich vieles im Original anschaue. 2. Dann habe ich mir nach Weihnachten einen Online-Kurs über die Nutzung von Zoom in der Bildungsarbeit gekauft. Es sind viele Stunden, die ich am Computer verbringe, um zu lernen. Und dann verbringe ich wieder viele Stunden vor dem Bildschirm, um das, was ich gelernt habe, anderen zu vermitteln. Überwiegend Älteren, die, wie ich, nicht mehr im Beruf sind und ihre Motivation zum Lernen digitaler Tools ausschließlich aus sich selbst entwickeln. 3. Und nicht zuletzt nehme ich an

Eigentlich

Das Wort Eigentlich bildet etwas ab, was mir überhaupt noch nicht bewusst war, als ich den Titel dieses Blogs wählte. Eigentlich war eigentlich einfach so in mir entstanden, als ich mir Gedanken über den Titel machte. Das Wort gefiel mir, aber ich hätte nicht sagen können wieso eigentlich.  Jetzt habe ich gelesen, dass eigentlich auch heißen könnte: "im Grunde genommen" oder "in Wirklichkeit". Es öffnet sozusagen eine Ebene, die nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Und genau das will ich in diesem Blog von mir zeigen. Etwas, das ich nicht unter den Themen unterbringen kann, die ich woanders öffentlich bearbeite und zu denen ich mich öffentlich äußere.  In diesem Blog geht es um Persönliches. Nicht um Privates. Ich halte nichts davon, Privates öffentlich zu machen. Da viele es aber tun, habe ich es vor Jahren auch mal ausprobiert. Die Linie zwischen Privatem und Persönlichem ist dünn und man kann sie schnell übersehen, wenn man drauflosschreibt, so wie ich es ge

Vertrauen braucht eine ehrliche Beziehung zur Wahrheit

Ich vertraue mir. Wie sollte ich auch anderen vertrauen, wenn ich mir selbst nicht vertraue? Aber was heißt das eigentlich, mir selbst zu vertrauen? Ich würde sagen, es heißt, dass ich ehrlich zu mir selbst bin und mich nicht anlüge, mir nichts vormache, mich nicht hinters Licht führe und mir nichts einrede, was nicht der Wahrheit entspricht. Wahrheit! Ein großes Wort. Aber im Zusammenhang mit Vertrauen ist es wichtig zu wissen, wie man selbst zur Wahrheit steht. Für mich ist Wahrheit nicht statisch, sondern dynamisch im Sinne von: Jeder und Jede hat ihre eigene Wahrheit. Wahrheit ist also subjektiv und sie kann sich für Jeden und Jede verändern, wenn sich die Bedingungen verändern, wenn Informationen dazu kommen und wenn Sachen passieren.   Zum Beispiel hätte ich vor einem Jahr noch gesagt und es als Wahrheit empfunden, dass Online-Treffen keine Gefühle zulassen und man sich nicht wirklich aufeinander einlassen kann. Jetzt, im Januar 2021 weiß ich aus Erfahrung, dass das nicht stimmt,

Wie geht Vertrauen?

Mein derzeitiges Thema ist VERTRAUEN. Wie geht Vertrauen? Wie entsteht Vertrauen? Was ist Vertrauen eigentlich? Wozu ist Vertrauen wichtig? Was brauche ich, um vertrauen zu können? Alles Fragen, denen ich hier nachgehen werde. Um anzufangen:  Es fällt mir leicht zu vertrauen. Aber ich bin nicht vertrauensselig. Vertrauen ist für mich so etwas wie ein Geschenk, was ich mitbringe, wenn ich jemanden treffe. Ich gehe vertrauensvoll durchs Leben und würde sagen, dass ich dem Leben an sich vertraue. Wobei ich im Moment nicht zu sagen wüsste, was es genau und im Detail bedeutet, dem Leben zu vertrauen.  Mein Vertrauen auf andere Menschen bezogen?  Jedenfalls bin ich nicht misstrauisch, sondern grundsätzlich bereit, anderen zu vertrauen.  Meine Art, mich anderen anzunähern, ist, Fragen zu stellen. Das wird manchmal falsch interpretiert, so als wolle ich den oder die andere ausfragen. Wer das meint, ist mir gegenüber dann eher skeptisch. Das wiederum trägt nicht zur Vertrauensbildung bei. So ge

Schenken als Umverteilung

 "Schenken ist eine Insel im Kapitalismus." Diesen Titel las ich vorhin bei Spiegel-online. Es stimmt, wenn man Schenken als Umverteilung versteht. Ich habe vor einigen Wochen begonnen, Fünfeuroscheine in Bücher zu legen, die in öffentlichen Bücherschränken stehen. Einfach so. Als Geschenk an diejenigen, die dieses Buch mit nachhause nehmen.  Es fing damit an, dass ich Anfang November aus Neugier in einen öffentlichen Bücherschrank schaute, eins der Bücher rausnahm, darin blätterte und plötzlich dachte: Wie super wäre es, wenn jetzt hier zwischen diesen Seiten ein Geldschein läge. Und unter meiner Mund-Nasen-Maske breitete sich ein Lächeln aus, das mich überraschte. Ich freute mich. Dann, beim Weitergehen, dachte ich: Wenn allein der Gedanke schon Freude bereitet, wie sehr erst hätte ich mich an einem echten Geldschein gefreut. Wegen der Überraschung. Aber auch wegen der Geschichte, die dahinter steckt, denn Geldscheine zwischen Buchseiten zu stecken oder zu verstecken ...  d

Was heißt eigentlich transzendieren?

Das Wort transzendieren kommt aus dem Lateinischen. Transcendere heißt hinübergehen, hinübersteigen, überschreiten . Es setzt sich zusammen aus trans- hinüber  und scandere - besteigen, steigen. Ich frage mich, was es bedeutet, wenn ich spüre, dass transzendieren , also überschreiten, übersteigen für mich so wichtig ist. Was ist es denn eigentlich, was ich überschreite?  An anderer Stelle im Internet, wo ich nach der Bedeutung von transzendieren gesucht habe, wird geschrieben, es hieße, etwas hinter sich zu lassen. Was aber lasse ich hinter mir, wenn ich transzendiere? Irgendwie spüre ich, um was es gehen könnte, also was mich am Transzendieren interessiert und zufrieden und glücklich macht. Es hat etwas damit zu tun, wie ich mein Denken steuere, wie ich Gedankeninhalte bewege, wie ich sie sozusagen an Grenzen führe, um, wenn es klappt, diese Grenzen zu übersteigen. In solchen Momenten kann ich dann spüren, wie Inhalte sich verändern, sobald sie über gewisse Denkgrenzen hinübergehen.

Transzendieren

Dieser Blog geht zurück auf einen Gedankengang, den ich vor ca. zwei Wochen hatte. Ich saß im Auto und fuhr auf der Autobahn. Nein Grundgefühl war: unzufrieden. Alle Workshops waren abgesagt, wegen Corona. Die Struktur, die ich für diese letzten Monate im Jahr mit mehreren Workshopterminen geplant hatte, war weggebrochen. Ich hatte kein laufendes Schreibprojekt. Ich hing in der Luft. Im Auto auf der Autobahn vom Bliesheimer Kreuz Richtung Köln traute ich mich, das Gefühl der Unzufriedenheit so sehr zuzulassen, dass mir die Tränen kamen. Ich war traurig und spürte eine große Leere in mir.  Aus dieser Leere entwickelten sich dann ganz langsam und vorsichtig Gedanken, an die ich mich im einzelnen nicht mehr erinnern kann, aber ein Gedanke, vor allem ein kurzer Satz, hatte eine solche Kraft, dass er wie ein Blitz in mich einschlug und meine Trauer auf der Stelle verwandelt war in etwas Helles und Aufregendes. Der Satz hieß: Mir fehlt transzendieren.  Mir war noch nie so klar, dass Transzen